Osterferien und kein Wasser auf allen Wildbächen der Republik, was macht man da? Klar es gibt ja künstliches Wildwasser und was liegt da näher als die Olympiastrecke von 1972 zu besuchen, die wird ja wohl Wasser haben. Für ein paar Tage mehr lohnt sich auch die lange Anfahrt aus Bremen. Da man mittlerweile auch ins Alter gekommen ist, wird umgehend ein Hotel gebucht, damit nach dem intensiven Training auch Entspannung in Sauna und Whirlpool den Tagesplan ergänzen kann.

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Vier Tage vor der Abfahrt kam dann die Schreckensnachricht: Auch im Eiskanal ist kein Wasser! Lediglich der Jugendkanal führt Wasser… Absagen ginge noch, jedoch ist man im Norden so unterversorgt mit richtig strömenden Wasser auf dem keine Frachtschiffe fahren, dass wir auch dafür die rund 700 Km fahrt auf uns nehmen. Es bleibt die Hoffnung, dass der Kanal zumindest für das Wochenende geöffnet wird oder sonstwas geht. Zur Not bleibt der Whirlpool für Flachwassermoves.

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Der erste Tag belehrt uns jedoch gleich, dass auch der Jugendkanal – insbesondere die Eingangsstufe – es in sich hat. Vor allem, wenn man die Zeit nutzt um ins Techniktraining zu gehen. Immerhin zögern die ganzen Slalomfahrer auch nicht, selbst wenn es sich um Spitzensportler des Deutschen Kaders handelt.

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Der Eingang hat enormen Druck und Otto-Normal-Paddler müht sich doch sichtlich ab so elegant dort die Traverse zu fahren. Die ersten Versuch landeten entweder ganz hinten im Kehrwasser oder der Wasserdruck pumpt einen so halb auf der Verschneidungszone hin und her. Nach etwas Übung klappte das bei den anderen recht gut, ich habe mich beim zweiten Lauf  auf dem Jugendkanal für das fotographieren entschieden, denn irgendwer muss das ganze ja auch dokumentieren.

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Auch das Stangentraining im unteren, ruhigeren Teil ist lohnenswert, besonders, wenn man vor hat wieder am Deutschen WildwasserContest teilzunehmen. Zwei bis Drei Stunden auf saubere Technik und Geschwindigkeit gefahren, macht auch Wildwasser II extrem anstrengend. Das dies aber auf Dauer auch fad wird, musste für den zweiten Tag etwas anderes her. Zum Glück hatte der Spot in Bad Aibling genug Wasser und dank noch mehr Glück ist um die Ecke das AlpaMare mit Rutschenpark und Indoor Surfwelle. Dabei wird auch klar, warum jeder zwei Boote – respektive das SUP –  dabei hatte. Dabei stellte ich erstmal fest, dass man auf dem SUP eine ziemlich steile Lernkurve vor sich hat. Im hinteren Teil der Welle in Bad Aibling klappte dann schon die Traverse, auch wenn nur im knien.

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Am dritten Paddeltag lockte dann gleich wieder die Trainingsrunde auf dem Jugendkanal. Ich habe mich dann für das SUP entschieden. Der zweite Tag überhaupt und gleich aufs Wildwasser, das ist eher mäßig klug, macht aber auch mordsmäßig spaß.

Wie stehe ich jetzt zum SUPen? Es macht erstmal alles schwerer. Dafür sind Fehler schneller verziehen, wenn man ins Straucheln gerät, so kann man sich schnell auf den Hintern oder die Knie fallen lassen und so Stabilität in die Sache bringen. Durch die geringere Stabilität, und die andere Kraftübertragung als im Kayak/Kanadier beschleunigt das ganze schlechter als gewohnt. Das habe ich vor allem beim Ausschwingen aus dem Kehrwasser gemerkt. Es fehlt die Strecke um Anlauf zu nehmen und so wird man leicht an der Verschneidungszone abgewiesen. Das kann man ganz gut im hinteren Teil des Videos sehen, bei dem ich Versuche vom Kehrwasser hinter der Eingangsstufe wieder in die Hauptströmung zu kommen.

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Der letzte Paddeltag führte uns dann doch noch nach Tirol, denn nach soviel Kanal sollte doch noch ein wenig natürliches Wildwasser auf dem Plan stehen. Das einzige das irgendwie Wasser führte war der Rissbach und auch dort wurde in gleichmäßigen Abständen die Festigkeit der Bootsböden getestet. Necky, Dagger, Lettmann und Liquid Logic haben aber diesen Test bestanden. Die Durchfahrt beim Straßen-S musste zwar noch vorher geräumt werden, aber allein die Aussicht auf die Landschaft hat die Anfahrt aufgewogen.

SUP wird noch mal weiter ausprobiert, es ist eine echte Herausforderung. Ich muss jetzt auf alle Fälle meinen Rennkanadier wieder verstärkt fahren. Die ganze Koordination im stehen zu fahren hat schon erstaunlichen Muskelkater gegeben und wenn ich mich da an die ersten Ochtumrunden im Kanadier erinnere, dann sind das zum Teil schon die gleichen Muskelpartien die mir schmerzten.