Seht ihr diesen skeptischen Blick? Dieser Blick zeigt, wie deutlich ich mich dafür entscheide diesen Wasserfall nicht zu befahren, aber dazu später mehr.

Gut Wasser in Eifel und Ardennen

Es fing alles auf einem Mittwoch an. Während ich noch entspannt im Unterricht sitze und warte, dass die lieben Kleinen ihre Aufgabe beenden, vibriert es in meiner Hosentasche. Herr A. aus der Firma L. in M. meldet sich und fragt, wann ich mich aus der Schule verabschieden könne, die Pegel auf der Rur stehen gut und es jucke ihn unter den Fingern. Leider ist der Schultag lang, die Anfahrt relativ weit und das Licht zu früh weg.

Im Nachklang zur Absage erwähnte besagter Herr, dass es am Wochenende noch etwas werden könne. Wie bestellt klingelte den Freitag drauf das Telefon und ich erwartete eine detaillierte Planung bezüglich der Rurtour. Fehlanzeige, die Informationen die fernmündlich übermittelt wurden waren: Belgien, Amle…irgendwas, Sonntag und 15 Meter Wasserfall.

15 Meter Wasserfall

Das war mal eine Ansage. Ich bin bis dato keinen Wasserfall gefahren, aber die Aussicht überhaupt aufs Wasser zu kommen war reizvoll genug. Somit war ich auch mit der Aussicht auf nur ein paar Kilometer WW I/II zufrieden und bezüglich des Falls könnte man ja schauen. Sonntags in aller Frühe raus, rein ins warme Auto und, zum Glück, erstmal auf dem Beifahrersitz schlafen.

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Wieder erwacht sah die Welt ganz anders aus, kälter und weißer, auch romantischer. Bei dem Anblick stieg geradezu die Lust sich in den Neoprenanzug zu schmeißen und bei mittlerweile -5°C paddeln zu gehen. Am Ausstieg angekommen wurde zuallererst der Wasserfall besichtigt und während sich bei den meisten Mitpaddlern die Vorfreude ausbreitete, sammelte sich in meinem Bauchraum etwas, dass man gemeinhin als „Schiss“ bezeichnet.

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Die Amblève

Zuerst der Fluss. Die Amblève sind landschaftlich schöne und wildwassertechnisch sehr entspannte ~10 Kilometer. Mitten im Januar sind es auch irgendwann sehr kalte Kilometer. Abgesehen von einer weiteren Person waren alle sportlichen Begleiter in sehr warm und kuschelig aussehende Trockenanzüge gehüllt. Wenn dieses Jahr alles nach Plan verläuft, dann kann ich im kommenden Winter auch mit einen mitleidigen Blick auf all jene schauen, die sich bei Temperaturen im einstelligen Bereich und darunter, in klamme Anzüge aus aufgeblasenen Gummi puhlen.

Das Highlight auf dem Weg nach Coo war ein kleines Schrägwehr, welches ein wenig Geschwindigkeit in die Tour brachte. Abgesehen davon fokussierte ich mich darauf ein wenig Kehrwässer anzufahren, damit ich im Winter zumindest ein wenig in Übung bleibe.

Hinab ins Ungewisse

In Coo angekommen wurde der Fall noch ein wenig betrachtet, bevor sich die ersten Paddler den künstlich angelegten Wasserfall hinabstürzen. Ich übe mich als Dokumentarfilmer und kneife. Schon auf dem Rückweg ärgere ich mich, es galt nur die deutlich erkennbare Anfahrt zu treffen und abzuwarten. Wie sich auf dem unten eingeblendeten Clip erkennen lässt, verfügt dieser Fall über eine eingebaute Boofschanze. Die Möglichkeit die Befahrung zu verhauen reduziert sich folglich ungemein. Nun denn, vielleicht ein nächstes Mal, schön war es alle mal.