Wie jedes Jahr hat unsere liebe Simone zum Paddelausflug nach Hüningen eingeladen. Hüningen ist einer der schönsten Übungskanäle, die sich in Fahrweite finden lassen. Er ist unterteilt in 3 Abschnitte. Auf dem untersten können die allerersten Anfänge geübt werden. Kehrwasser raus, Kehrwasser rein. Strömung hoch, Strömung runter. Der mittlere Abschnitt ermöglicht erste Spielversuche. Hier ist das Hochfahren schon etwas schwieriger, da der Kanal enger ist und damit natürlich die Strömung härter. Ganz oben findet man die schönsten Kehrwässer, solche, in die man richtig rein preschen kann. Und natürlich die Eingangswelle, die durchgehend mit Spielbooten besetzt ist.

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Ich hatte mein Spielboot dabei. Eine echte Zicke und eigentlich zu groß für mich. Damit schwand dann auch die Lust zu Paddeln nach der ersten Stunde am Samstag. Doch zu meinem Glück gab es Rettung: Das Team des Bootsherstellers Pyranha tourt im Moment durch Europa und war genau an diesem Wochenende am Kanal! Und weil kein Boot schlimmer sein kann als meins, habe ich mir direkt mal ein anderes Ausgeliehen. „1 Stunde gratis. Unterricht in Freestyle und Creek“

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Ich hab mir also ein Boot geliehen, einen Pyranha Loki, und mich an unsere Jungs gehängt, die mit David Bain ein Paar Tricks geübt haben. Auch ich habe ein wenig rumprobiert und lag nach wenigen Minuten im Wasser. Erstmal Angst. Neues Boot. Das rolle ich nie im Leben. Sofort ausgestiegen. Alles eingesammelt und wieder rein in die Schüssel. Da habe ich mich vielleicht geärgert. Aber ich war ja noch nie im Wildwasser gerollt. Und dann gleich oben auf dem wildesten Stück? Nein danke.

Beim zweiten mal habe ich aber genug gehabt. Blamage beim ersten Mal, weil ich es nicht mal probiert hatte! Jetzt wenigstens versu- wupss! Da war ich auch schon oben. Und obendrein war das auch noch per Video festgehalten!

Pyranha Team Tour – On a mission – Huningue from Pyranha on Vimeo.

Stolz wie bolle. War das vielleicht letzten Endes das richtige Boot? Bevor ich mich entscheide, wollte ich es lieber nochmal abwarten. 700€ sind dann doch ordentlich für ein Testboot. Also habe ich erstmal den ganzen Nachmittag im Loki verbracht. Ich bin zusammen mit Louise vom Pyranha Team auf’s Wasser und wir haben es irgendwie geschafft für die ca. 500 Meter Kanal 2 Stunden zu brauchen! Es war genial! Ich habe so viel gelernt! „Fahr mal raus aus dem Kehrwasser und kipp um und dann da drüben in das rein.“ Alles dann natürlich auf Englisch mit irischem Akzent. Sie fährt vor und ich merke „Äh, ich soll rollen?“ Jetzt also der Test, ob das bloß Zufall war. Aber es klappt! Wieder und wieder, absichtlich und unabsichtlich!

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Und nicht nur wir „alten Hasen“ haben was gelernt. Auch die „Kleinen“ oder zumindest die, die noch nicht so lange Kajak fahren, haben einige Fortschritte gemacht. Paul hat es sogar geschafft, den Dag in der ersten Walze zu kerzen. Ob das so ganz freiwillig war, ist dann die andere Frage…

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Sehr lehrreiches Wochenende also. Jetzt zu meinem unverantwortlichen Umgang mit meinem eigenen Geld. Ich war verliebt. In dieses Kajak. Es ist wie für meinen Hintern geschaffen! Nichts und niemand sollte uns trennen. Nicht mein zickiges Spielboot (Pyranha S6 190 sucht ein neues Zuhause) und nicht ein geliebter Thunderbird von Lettmann. Also wurde Samstagabend erstmal mit Schmetterlingen im Bauch bei Mama angerufen. „Will Alina meinen Thunderbird? Ich habe meine große Liebe gefunden.“ Also gut, zur Hälfte war das neue Boot finanziert. Die andere Hälfte ging von dem Geld ab, was Oma für schlechte Zeiten überwiesen hat. Es war ja aber auch ein Notfall. Sonntags habe ich dann dieses Traumboot endlich mein nennen dürfen. 650€. Ich bin einfach unverantwortlich! Ich bin schon wieder blank bis auf die Knochen, aber glücklich.

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Und die Moral von der Geschicht‘: Sucht euch Leute die es besser können und lasst euch mal was zeigen!