DSC_0013Ich bin ja kein Rennsportler, ABER: Ein bis zwei mal im Jahr will man ja zeigen, wieviel Geschwindigkeit in einem steckt. Dieses Jahr kam auch noch der Wildwasser-Cup in Hildesheim dazu. Nachdem ich dort eher mäßig bis mies abschnitt, musste jetzt ein Ego-Booster her. Zum Glück stand ja unsere vereinseigene Freimarktsregatta ins Haus. Mein persönlicher Trainingsstand war aber ebenfalls eher mäßig bis mies. Die Strecke des Rennens – immerhin sechs Kilometer – bin ich dieses Jahr nur einmal auf Druck gefahren und ansonsten beim Jugendtraining immer mit den Lüttjen unterwegs gewesen.

Aber das ist ja noch lange kein Grund, sich vor einer solchen Herausforderung zu drücken. Zumal ich eh auf Langstrecke besser unterwegs bin als im Sprint. Somit habe ich mich für den Start im Wanderboot-Einer (Alles bis fünf Meter; in meinem Fall ein TM Express) über die sechs Kilometer, den Wanderzweier (Sehr offen defineirt und gefahren wurde der Seestern aus der gleichen Werft) über drei Kilometer und den 7er Canadier für die Herren als 500 Meter Sprint.

Das Problem am Sonntag morgen war viel mehr, das die Feier am Vorabend doch gut gezündet hat und der Kreislauf erstmal mit einer Schmerztablette in Gang gebracht werden musste. Sonst hätte mich mein Kopf nicht paddeln lassen. Dazu kommt dann auch, dass mein Start zwar erst um 10:08 Uhr war, jedoch die Jugendlichen schon eher aufs Wasser mussten. Also völlig fertig um 08:15 Uhr im Verein stehen und Startnummern verteilen, Boote zu Wasser tragen und nicht umkippen und einschlafen!

Die Kleinen kamen dann auch zeitig an den Start und sind – wie erwartet – gut gefahren.

Bei meinem eigenen Rennen war ich dann wirklich unsicher. In der einzigen Trainingsrunde war ich mit einem Vereinskamerad unterwegs, der auch meine Wertung gefahren ist. Und da war er schneller als ich, gut er ist da einen nigelnagelneuen Lettmann Biskaya unterwegs war und ich in meinem altgedienten Prijon Touryak. Jetzt hatten wir gleiche Boote und somit ähnliche Bedingungen. Das erste was einem auf sechs Kilometern wieder auffällt: Das ist echt anstrengend! Jedoch zahlt sich gerade über die Distanz die saubere Technik aus. So war die Plackerei auch nach ca. 34 Minuten und einem überholten Kontrahenten vorbei. Knappe 11 Km/h Schnittgeschwindigkeit auf nichtströmenden Gewässer sind schon beeindruckend, gerade wenn man sonst immer nur gemütlich unterwegs ist (Ja, ich habe mich echt abgemüht das auszurechnen, habe dann aber geschummelt).

Der richtig anstrengende Teil begann dann aber erst im Zweier-Rennen. Mein üblicher Partner hat gekniffen und so musste ich schnell umdisponieren und fand im zweiten Jugendwart einen guten Ersatz – Er ist 20 Sekunden schneller gewesen als ich auf die sechs Kilometer, ist aber glücklicherweise in einer anderen Wertung gestartet. Genau das war aber das Problem, ich war es gewöhnt die treibende Kraft im Zweier zu sein. Jetzt wurde ich getrieben!

Stehen ist gut, sitzen ist gut. Alles dazwischen die Hölle in bunt.

Ich könnte jetzt anführen, dass mein Paddelblatt größer ist als seins oder dass er neun Jahre jünger ist als ich oder mir auch eingestehen, dass er rund vierzig Kilo weniger wiegt und zwanzig mal besser im Training ist als ich. Was soll man da tun? Alles geben! Auch wenn es nicht für den ersten Platz gereicht hat, hat es mir gereicht. Auch wenn es nur die Hälfte der Strecke war, war ich doppelt so fertig danach. Und ich denke, dies war das Rennen das dafür gesorgt hat, dass ich hier jetzt mit einem Wärmepflaster auf dem Rücken sitze.

Hat es sich gelohnt? Ja! Fahre ich nächstes Jahr wieder? Ja! Werde ich zur Nikolausregatta nach HH fahren? Aber sowas von! Es ist schade, dass es relativ wenige von diesen Wettkämpfen für reine Freizeitsportler gibt, die nicht gleich in Marathonveranstaltungen ausarten wie in Dalsland, auf Hiddensee oder beim 1000-Seen-Marathon.