Ich hatte schon mal vor einiger Zeit Bilder hier veröffentlicht, die zeigten wie man 2,75m lange Boote in 3m lange Autos schiebt. So kann man gut 5Km durch die Stadt fahren und den liesbten Kahn von Bootshaus A nach Bootshaus B kutschieren. Soll aber das Wildwasserboot 850Km über Fernpaß und A7 in den Norden gebracht werden, ist das nicht mehr so ganz die tolle Lösung.

Wenn man Student ist und in einer Großstadt wohnt besitzt man selten ein eigenes Auto und hat somit auch ebenso selten einen Dachgepäckträger für Boote. Wenn man also paddeln will und auf fremde oder Mietautos angewiesen ist hat man ein Problem. So war ich schon bereit in Österreich passende Grundträger für ein fremdes Auto zu kaufen um die in Bremen wieder zu veräussern, bis ich mich daran erinnerte, dass doch diese komischen aufblasbaren Träger gibt. Nur finden…

Nach einiger Suche ist mir eingefallen, dass in Silz ja der neue Paddelladen eröffnet hat. Dieser hatte auch für angemessene 80€ den sogenannten „HandiRack“ auf Lager. Für alle die vor einem ähnlichen Problem stehen, werde ich mal meine Erfahrungen mit dem Pusteträger aufschreiben:

 

1. Vorrede: Wer einen Personenkraftwagen sein eigen nennt, sollte sich einen soliden Träger besorgen, denn damit kann der HandiRack nicht konkurrieren. Dies ist eine Lösung für seltene bzw. spontane Transporte oder halt wenn man kein eigenens Auto hat.

 

2. Aufbau: Der Dachträger kommt in einem Sack daher in dem sich der Träger selber befindet, zwei Zurrgurte zum festzurren, eine Pumpe zum pumpen und eine Anleitung zum anleiten.

Inhalt

Vor Befestigung sollte das Dach gereiningt werden. Der träger wird direkt aufs Blech gelegt und wenn Sand o.Ä. dazwischen ist scheuert sich unter Garantie ein hübsches Muster in den Lack.

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Zuerst werden dann die Türen geöffnet und die Träger – welche aus zwei Schläuchen und Gurtband bestehen – auf das Dach gelegt und durch das Auto angezurrt.

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Laut Anleitung soll da eigentlich keine solche Knitterfalte sein, aber wie das machbar sein soll bleibt ein Rätsel. Denn zieht man an dem Gurt rutscht der ganze Träger auch mit, wenn auf der anderen Seite jemand fest hält. Anschließend wird jetzt noch der Gurt hinter dem Gurtschloss mit einem halben Schlag gesichert.

Mit der beiliegenden Pumpe ist das Ganze auch schnell prall und Ladebereit.

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Jedoch ist nicht so ganz klar, was genau der ideale Druck ist. Man kann die schon echt straff aufpumpen, nur ploppen dann die versenkbaren Ventile immer wieder raus.

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3. Bootsbefestigung: Das Boot selber lässt sich sehr gut befestigen. In dem Gurt, der die zwei Luftkammern verbindet, sind in regelmäßigen Abständen D-Ringe eingelassen durch die dann das Zurrzeug befestigt werden kann. Glück war, dass mein Remix genau die Breite hat, dass der Gurt vertikal nach unten geführt werden konnte und so minimaler Spiel vorhanden war.

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Nachteilig ist, dass wenn man das Boot kräftig anzieht, sich das Dach – zumindest beim Skoda Fabia leicht nach unten dellt. Im ersten Moment erschrak ich dabei, jedoch war dies nur minimal und ohne irgendwelche Knickstellen. Ein zweites Boot hätte so auch nicht mehr aufs Dach gepasst auch wenn der HandiRack bis 80 Kg tragen soll.

 

4. Zusammenfassend:

– Das Boot ist heil angekommen.

– Es ist schnell und einfach aufgebaut.

– Wenn es doll regnet, dann bilden die Gurte eine Nässebrücke und man sollte Lappen/Alte T-Shirts parat haben um diese um die Gurte zu wickeln, da es einem sonst auf den Arm oder das Bein tropft.

– Mehr als 110Km/h sollte man damit nicht fahren. Ab der Geschwindigkeit wurde es „schwammig“.

– Bei Talbrücken eher 90Km/h, ist auch sehr windempfindlich.

– Beim kategorischen Nachziehen beim ersten Halt, sollte man nicht nur wie sonst auch die Gurte am Boot nachziehen, sonder auch die am Auto.

– Es ist deutlich lauter auf der Autobahn als übliche Dachbrücken.

– Sie nehmen im Kofferraum verstaut so gut wie kaum Platz weg und können leicht gelagert werden, eignen sich super für spontane Transporte.

 

Kann ich das HandiRack-System jetzt weiter empfehlen?

Für Menschen/Paddler/Surfer/usw. in der gleichen Position wie meiner ist das die optimale Lösung. Es ist aus meiner Sicht aber genau diese Nischenlösung. Immer wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist, wird man mehr als ein Boot aufs Dach verzurren wollen und sich somit eine andere Lösung suchen. Aber für Einzelgänger, Mietautofahrer und Seltentransportierer ist es ein tolles System das sich für diesen begrenzten Zweck super eignet.

Bei anderen Erfahrungen bitte direkt hier korrigierend kommentieren!