Nach langen Jahren der Abstinenz hat es die Bremer mal wieder organisiert nach Lofer gezogen. Acht Teilnehmer aus Bremen und einer im saarländischen Exil wollten den Weg in das Salzburger Land antreten um ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten im bewegten Wasser zu verfeinern. Als Landesjugendwart heißt das: Anfahrt, Boote, Rahmen… Alles will geplant werden. Ich hatte mich sehr früh im Jahr dazu entschieden, dass wir dann noch fünf Tage bei Fankhausers in Tirol dran hängen, wenn man schon mal alle zusammen hat und die knapp 1000 Kilometer schon einmal gefahren ist, dann liegt das nahe.

Es muss ein Mietbus her

Die ersten Probleme traten schon auf, als ich mich um die Anfahrt kümmern wollte, es war partout kein Bus aufzutreiben. Alle Sportvereine und Organisationen die so etwas anbieten, waren entweder ausgebucht, hatten selbst was geplant oder wollten den nicht rausrücken. Das erste was man dann so feststellt: Die sind gaaaanz schön teuer! Wir hatten Glück und über Beziehungen gab es dann folgendes Prachtstück ganze 600€ günstiger als regulär:

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Das erste was mir bei der Abholung auffällt ist, dass der gute Bus vollgepropft ist mit Technik und spontan überfordert mich alle Autoelektronik die über Servolenkung, ABS und Klimaanlage hinaus geht. Auf der Fahrt von insgesamt 3000 Kilometern soll sich das aber noch auszahlen. Schon auf der Anfahrt wird es jedoch spannend für uns, so bremst auf einmal direkt vor mir ein großer, modisch goldener Reisebus komplett herunter. Keine 500 Meter vor uns haben sich ein paar Autos an einer Gabelung zerlegt. Wir schaffen es zu bremsen und nachdem auch die Autos hinter mir stehen, fahre ich unser Gespann auf die Mitte der Gabelung und schicke meine Besatzung los zum helfen, absichern und Notruf absetzen. Zum Glück gibt es keinen Personenschaden und wir können unsere Fahrt schnell fortsetzen, da wir uns an der Unfallstelle vorbei mogeln. Den Stau dahinter können wir schon erahnen.

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In Lofer angekommen wird aufgebaut, Bier geöffnet und schlafen gegangen. Knapp 12 Stunden auf der Autobahn schlauchen ganz gut.

Der erste Tag birgt für mich die Einweisung durch die sportliche Leitung und die erste Fahrt zur Einordnung der Teilnehmer. Gleich am ersten Tag zerstöre ich dabei meine Paddler-Credibility und teste die Wasserqualität. Merke: Wenn du Traversen fährst und schaust, wie deine Teilnehmer aus dem Kehrwasser fahren, achte darauf wo du gerade rückwärts rein treibst…

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Regen, Matsch und Wiese

Ich habe also die Anfängergruppe zusammen mit einem anderen Übungsleiter bekommen und freue mich auf ganz viel Wildwasser zwischen Unken und Schneizelreuth auf der Saalach. Was ich nicht so auf dem Schirm hatte, war der durchgehende Regen. Es geht in Lofer eigentlich kein Tag ins Land ohne das ein paar Tropfen den Himmel verlassen, wenn dann noch rund 70 Personen täglich über das Stück Wiese zwischen Bussen und Essenszelt schieben, kann man sich denken, wie die „Wiese“ dann nach der Woche aussieht. Zum Glück macht das Essen das alles wieder gut.

Ein wunderschöner Tag beginnt dann so solide im Regen, dass wir unsere Paddelaktivitäten auf ein Minimum beschränken und dann schnell ins Schwimmbad huschen um zumindest ein wenig Wassersport betrieben zu haben. So konnte ich auch noch checken, ob ich es noch schaffe eine ganze Bahn durch zu tauchen (Ja!).

Retten und bergen von Fetten und Zwergen

Der Mittwoch wartet mit einer Sicherheitsübung auf und lädt dazu alle Teilnehmer ein, sich im Topo-Duo zu beweisen um unseren Freund Ernie zu retten und anschließend erstzuversorgen.

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Die ganze Übung geht glatt über die Bühne und mit nur einer Kenterung auch größtenteils kontrolliert. Das freut mich, habe ich doch die Ehre gehabt diese maßgeblich zu planen. Der Nachmittag bringt Ruhe und der Abend Dorffest in Lofer und selbiges einen feinen Stieglkrug. Der nächste Tag beginnt umso schleppender, die Motivation wieder ab Unken zu fahren steigert diese auch nicht. Der Pegel der Saalach & Co ist jedoch aufgrund des erwähnten Regens nicht gerade gering und da wir auch so immer noch genug Schwimmer haben, trauen wir uns nicht recht auf die etwas schwerere Strecke der Entenlochklamm.

 

Am Abend kommen dann noch Sophie und Micha vorbei und sind ganz verblüfft so viele Bremer zu sehen, Beide werden umgehen eingespannt uns am kommenden Tag zu begleiten, wollen wir doch endlich mal einen anderen Flussabschnitt fahren. Die Unterstützung können wir auch gut gebrauchen, haben wir an dem Tag doch insgesamt sechs Schwimmer. Das Beste jedoch ist, dass wir, während wir Schwimm- und Rettungsübungen von einer Kiesbank aus machen, von einer Rafttour eingeladen werden, deren Reste zu verputzen. Noch besser: Einer der Guides ist der gute Mann mit dem ich an Himmelfahrt schon auf der Tiroler Ache unterwegs war. Klein ist die Welt. Wir hauen uns also den Bauch mit Grillsachen voll und räumen für die Jungs ein wenig auf.

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K1024_DSC_0347Danach weiter zu paddeln fällt schwer, drücken doch ein paar Schnitzel und leckerster Bulgursalat auf den Magen. wir werden dann aber endlich mal mit Sonne belohnt und wie schon zuvor erwähnt, ist dieTiroler Ache ein landschaftliches Kleinod. Ein weiterer Bonus ist bei der Strecke – gerade mit Jugendlichen im Gepäck – dass der Ausstieg in Deutschland ist und erstmal WhatsApp und Co gecheckt werden kann. Der Abend ist schon für viele die Abschlusssrunde und so verwundert es nicht, dass es so manch einen noch zum Billa zieht um sich einzudecken. Die Abschlussfahrt führt alle auf die Strecke Au bis Unken und ich hatte schon ein bisschen schwitzige Hände, denke ich doch an unseren Schwimm-Counter vom Vortag. Die Ferrari-Eichhörnchen schaffen es doch sehr souverän durch die Hauptschwierigkeit und mit nur einen Schwimmeinlage stehen wir dabei nicht schlechter da als manch andere Gruppe.

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Abschluss und Marktfest

Der wirklich letzte Abend bricht an und wieder geht es in die „Innenstadt“, in Lofer ist Marktfest und dort gibt es zumindest Musik und freie Getränkewahl. Es wird spät und die Nacht kurz, zum Glück können wir länger schlafen, steht doch nur abbauen und der Weg nach Tirol auf der Agenda für den nächsten Tag.

Nächstes Jahr würde ich gerne wieder nach Lofer, jedoch habe ich während meines Österreichaufenthalts erfahren, dass es mich nach NRW zieht und die Ferientermine harmonieren da wohl nächstes Jahr nicht.