Heute haben wir im Verein Boote geladen für die anstehende Herbstfahrt auf der Böhme am Samstag. Ich und ein weitere Übungsleiter haben die Fahrt ausgeschrieben und führen sie somit auch durch. Ich bin die Böhme noch nie gefahren und weiß nur was im Flussführer des DKV und in den Karten aus dem Jübermann-Verlag steht. Naja und es ist ein Kleinfluss der nicht von regulärer Schifffahrt behelligt wird = Es kümmert sich ausser Paddlern niemand drum, wenn da was drin liegt, wie zum Beispiel Bäume.

Die Frage die sich mir da stellt: Was nehme ich da als verantwortungsvoller Übungsleiter mit? Was sollen meine/unsere Teilnehmer mitnehmen?

Das fängt ja schon bei der Bekleidung an. Es gilt zwar eigentlich der schöne englische Leitspruch: „Dress for water, not for air“, doch routinierte Wanderfahrer in den Neo zwingen? Ein Teilnehmer hat mich heute gefragt, ob ich es übertrieben fände, wenn er seine Trockenhose – die er für das Seekayaken hat – anziehen würde.  Ich selbst werde in Neo fahren und mit Trockenjacke. Dann muss ich nicht noch groß Wechselkleidung mit mir herum schippern. Mehr als die Hälfte wird mit gewöhnlicher, warmer Outdoortkleidung antreten und dann noch zusätzliche Wechselsachen mit haben. Das kann schon, bei angepeilten fünf Stunden fahrt, kalt werden.

Die größte Gefahr: Auskühlen

Jetzt mag man dich denken, dass es nicht so schlimm werden wird und sollte man immer das absolute Horrorszenario voraus setzen? Nein. Ich werde nicht davon ausgehen, dass ein Baum auf einen der Teilnehmer fällt, ihn enklemmt und weitere kentern und die Übungsleiter, getrennt durch den Baum, agieren müssen. Aber es eine Kenterung bei der Überwindung eines Hindernisses, wodurch bei schweren Regen die ganze Gruppe warten muss und stark auskühlt, darf schon einkalkuliert werden. Was kann ich also tun, dass in einer echt miesen Konstellation noch Wärmereserven da sind? Ich werde morgen noch zusätzliche Thermofolie für den großen Verbandskasten besorgen, so dass zumindest ein Windschutz hergestellt werden könnte. Ich denke auch über so Wärmepacks nach. Vielleicht auch nur um sie mir unter den Neo zu schieben oder ins Boot in den Fußraum zu werfen.

Der häufigste Feind des Natursportlers ist somit bedacht. Was ist jetzt mit so anderen Sachen? Werden wir Helme tragen? Nein, ich käme mir sehr deppert vor, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit sich bei einer Kenterung den Kopf anzuhauen und bewusstlos im Boot zu treiben auf einem Kleinfluss höher, als auf dem Inn. Die Wahrscheinlichkeit der Kenterung ist jedoch wesentlich geringer und der Handlungsdruck ist aufgrund der Strömung geringer. Nichtsdestotrotz, ich habe auch schon Leute mit WW-Helmen Kleinflüsse befahren sehen und völlig abwegig ist dies nicht.

Anderer Sicherheitskram?

Bild unter CC 3.0 Lizenz, entnommen unter http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/db/ThrowBag.jpg, eingestellt von http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Mfranck

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Wurfsack, Bandschlingen, Karabiner und Umlenkrollen sind dabei. Ich denke jedoch, dass ich diese eher benötigen könnte um Bäume beiseite zu räumen oder Boote worüber zu ziehen. Ein verklemmtes Boot unter einem Ast oder Ähnlichem

kann jedoch trotzdem vorkommen und so ist es gut, dass zumindestens zwei der Gruppe volles Gerödel mit haben. Klar ist es besser, wenn jeder einen Wurfsack mit hat, dafür müssten aber auch alle damit umgehen können und die Gefahr eines Kleinflusses ist dann doch nicht als so hoch anzusehen. Wichtiger scheint da eine Säge gegen Bäume, ein Messer gegen (liegen gebliebene) Angelschnüre und ausreichend Tee.

Ich freue mich schon riesig auf die Fahrt werde dann am Samstag Abend mehr dazu schreiben. Aber diese Fragen schwirrten so im Kopf herum, gerade da ich in letzter Zeit eher WW-Fahrten begleitet habe und immer aus der Sicht geschaut habe. Aber auch dort gibt es bestimmt noch ein paar Sachen zu überdenken.