Anreise

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15 Stunden und 30 Minuten Autofahrt. 2 Stunden Stau. 45 Minuten zum falschen Pass fahren. Nicht nochmal. Der Weg nach Slowenien ist weit, 1150Km weit und die Reise begann um 7 Uhr morgens und endete kurz vor 23 Uhr. Schon an dem Abend ist klar: Auf dem Rückweg wird in zwei Etappen gefahren.

Während der Jugendvollversammlung der Deutschen Kanujugend wurde ich gefragt, ob ich denn gewillt sei, zu Ostern an die Soča zu fahren. Nach kurzer Überlegung war klar: Da bin ich dabei!

Auf dem Hinweg ging es über Bamberg, wir mussten dort dringend Rauchbier kaufen und auch mindestens genauso dringend den Beifahrer heraus lassen. Da war auch so in etwa Zeit für Mittagspause.

#Mittagspause in #Bamberg #Soča wir kommen!

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Ab da wurde es auch direkt stockender, denn natürlich sind wir mitten in Sturmtief Niklas aufgebrochen und nun ja… im Norden kennt man Sturm, heißt da Wind, im Süden wird das gleiche Tiefdruckgebiet Orkan genannt und entwurzelt Bäume und legt Teile Münchens lahm. So verloren wir bei München gleich zwei Stunden. An einer Raststätte gabelten wir dann noch zwei Tramper auf, die haben mittlerweile ordentlich Seltenheitswert und da die beiden nach Kroatien, bzw. mindestens bis Salzburg wollten, haben wir fix das Auto umgeschichtet um Platz zu schaffen. Den Jungs wurde es aber zu spät um kurz vor Mitternacht in Bovec zu hängen und so ließen wir sie schon in Salzburg raus.

Weiter ging es in Richtung Berge über perfekte österreichische Autobahnen (Wenn eine Maut dafür sorgt, dass ich auf dem Weg zum Seminar nach Kleve nicht das Gefühl habe in die ehemalige SBZ zu fahren, dann wäre das mal was sinniges), wir ahnen, dass noch was kommen muss. Wir wurden gewarnt, der Predilpass sei gesperrt, wir müssen den anderen nehmen. Blöd nur, dass wir stumpf nach Navi fahren und keine Ahnung haben, welchen Pass wir überhaupt ansteuern.

Wir fahren auf den Predilpass zu und stehen um kurz zehn Uhr nachts vor einem Schild, dass auch ich aus dem italienischen übersetzen kann. „Chuisso“ wird wohl „Zu“ heißen, der weiße Kreis mit dem roten Rand hilft auch bei der Übersetzung. Schnell Tim angerufen und zum anderen Pass dirigieren lassen. Dieser ist steil, abenteuerlich und wir müde und erschöpft. Irgendwann kommt die Schneegrenze und wir hoffen, dass die Fahrbahn schneefrei bleibt, denn Schneeketten haben wir keine. Das obere Bild zeigt, wie wir gerade den Scheitelpunkt geschafft haben und dem Tal entgegensehen: Auskuppeln und rollen lassen!

Der erste Tag!

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Nach einer ordentlichen Nachtruhe begrüßte uns die wundervolle Kombination aus gefrorenem Tau und Sonne. Noch dick eingepackt genossen wir so den Morgentee und überlegte, welche Strecke denn heute angepeilt werden könnte. Wie sich anhand der Temperaturen und Jahreszeit ahnen lässt, waren wir auf Minimalpegel unterwegs. Für den ersten Tag wollten wir auch entspannt mit dem Bunkerschwall starten und bis zur Mündung fahren.

Tim hatte noch ein paar Kollegen dabei und diese wollten zu Beginn ein wenig üben. Martin und ich sicherten dafür den Schwall ab, waren die drei doch absolute Neulinge im Boot. Tim sicherte nebenbei Beweise mit der Kamera. Ruhig und sinnig startete der Urlaub und damit auch meine WW-Saison.

Alles ließ sich ruhig und einfach fahren, jedoch ist die Einfahrt in die dritte Klamm ein wenig hakelig und sollte – gerade wenn man sie noch nicht gefahren ist – erstmal besichtigt werden. Martin und mir war es für den ersten Tag zu viel, bedeutet doch ein Verfehlen der Linie, dass man gegen und in die Unterspülung gedrückt wird. Wir hüpfen also von der Seite in die Klamm um diese außergewöhnliche Naturformation trotzdem aus der Nähe zu sehen. Es ist unbeschreiblich schön.

Am Ende der Runde wird lecker Brotzeit gemacht und schön die Sonne genossen

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